Weitgasser

Gedichte

Die steirische Mundart bietet wunderbare Möglichkeiten zum Spiel mit der Sprache. Einige Beispiele dafür stellen wir hier vor.



Begleitung zum Sponsionsfeier-Menü

A poor Rodschläg hät`i nur
wa gscheit va dir, hörat`st ma zua
Es gibt nit immer nur zan loch`n
monchmol muaßt a Service moch`n
weil beim Studium host jo a checkt
das wos besonderes in dir drin steckt
den Schlendrian host aussigsperrt
hot er si monchsmol dagen a gwehrt
es hot si glohnt – doch a wonnst lochst
hiaz kimmt`s drauf on wos DU draus mochst
vagiss des gonzi Leb`n nia
dein Glück – des liegt vor ollm on dir!
Wäg o dein Lebn und tua gewichten
nia vaschwendn, nit auf olls verzichtn
doch jetzt in dera schenan Stund
tua feiern – wäul du host an Grund!



Herbst

Herbst ist, wenn das Kleid der Bäume
färbt sich wie ein Farbenchor
Nun sind vorbei die Sommerträume
steht der Winter doch bevor.
Kommt die Zeit der Nebeltage
wird es kalt und trüb, die Tage enden schnell.
Doch alle Jahre wieder, keine Frage
kommt auch der Frühling, es wird hell.
Drum lasset uns den Herbst geniessen
Mit seinen Farben, seiner Pracht,
weil doch nach dem kalten Winter,
uns der Frühling wieder lacht.
Sie dauert nur a kurze Zeit
Die Bamabliah im Mai
Genauso is` im Herbst die Freid
Und des Forb`nspül gonz schnöll vorbei
Die Blatt`ln de wos grod no schen
Den Wold hob`n gfärbt gonz bunt
Es braucht a leichta Wind nur gehn
Und schon san se herunt
Donn geht erscht d` richtig` Orbeit los
Des Lab – heig`n - so a Plog
Wohin tua I des Lab hiaz bloss
Des is koan leichti Frog
Onzünden derf des Zeig jo nit
do san donn glei die Wochta do
an Ausweis hobn de öllwäul mit
und sogn zu dir - des löscht hiaz o
Hiaz den den Haufen Lab vafirn
mocht vielleicht no vül mehra Dreck
doch mogst du no so lamentiern
- der Haufen - der muass weck
Und a da Nöbi in da Friah
Der zoagt – des Johr is neama jung
Siacht wohl ma auf da Woad no Kiah
Is`bis Weihnocht`n a Kotznsprung
So draht si hoit da Lebenslauf
Das mittn in da koidn Zeit
Wos neig`s onfongt – hert s`ondre auf
Ob`s oan hiaz ärgert oder gfreit
I nimms wias is, des passt schon so
Und gfrei mi auf des neichi Johr
Woss s`bringan wird ? i woas nit no
Wos schens`hoit nur - eh klor!



Es gibt solche und solche

Im Juli war`n ganz interessante
Leute da - vom Berliner - Lande
Maria und die Julia
die eine wohnt in Frankfurt - ja
die andere ist an der Waterkant
als Wetterfrosch - recht gut bekannt
warum schreib Berlin ich dann?
sie stammen von dort - Stadtteil Marzahn
sind alle Mädels dort wie sie
beneid ich Marzahn - irgendwie.



Zur Taufe von Matthias Lemmerer

Glück im Leb`n vahoast des schon
host Felix – an dein Noman dron
und no a kloanes bisserl mehr
gibt`s – wonn Matthew vorn steht, her
Matthias hätn`s bei uns gsogt
in da Schul eahm donn mit „Hiasi“ plogt
doch drentn in die USA –
monchi sogn oanfoch „Amerika“
do werd`n sie wohl „Matt“ eahm „coll`n“
obwohl sie Matthew sogen soll`n
I moan – dass`um des eh nit geht
zöhln tuat das wer zu eahm steht
damit donn aus dem Buam wos wird
und dem kloan koan Unglück g`schiaht
O großer Dichter der hot gschriebn-es kennts des a
Ein Freund ging nach Amerika
Doch domols wor de Gschicht a so
zruck-roasn – wor nit oanfoch no
dem hobns a Woassa gschickt zur Tauf
heit kreizt de gonz Famüli auf
Taf`n tuan ma eahm dahoam in Steiermork
bekonntlich san di Buam do stork
und stork soll da kloan Matthew werd`n
vielleicht wird d`gonzi Wölt eahm ghern
bleib ollwäul in da richtign Spur
und gsund dein Leben –wünsch i DIR nur!



Bobfahrer - eins

Da kloani Bua – der tuat si gfrein
Er hot an Plastik – Bob – an nei‘n
Doch is seit neich‘m er recht gschlaucht
Wäul der Bob nia do is – wonn er‘n braucht
Den Vodan frog‘n des geht a nit
Der is a furt – da Bob is mid
Wäul heit do is a „Bobba“ – Rennen
Und er fohrt mit – mit‘n Bob dem schenen
Und do – des is nit echt zum loch‘n
Is öfta schon a Bob mol broch‘n
Zum Glick bleibt so a Bob nia hint
Wäul koana den vagess‘n kinnt
Ma frogt si olladings donn schon
Wia es des donn geben konn
Das meistens donn so zwoa, drei vier
Stengan beim Gosthaus vor da Tür
Beim oan do is des Lenkradl broch‘n
Der oani der stand glei a Woch‘n
Zum Glick gibt‘s do die lieben Frau‘n
De noch dem Bob der Kinder schaun
De hoi‘n den o – mian meistens gehn
Gonz ohne Auto – s‘is nit schen
Do muasst wos toan dagegn – i denk
z.B. so on a Geburtstogs – Gschenk
und weida‘s follt ma dazua ein
es miassat schon wos gscheides sein
stand da Nom auf jedem Bob draufgschriebn
kunnt ma va de – de hint‘n blieb‘n
oanfoch per E-Mail oder Telefon
Adress und Nummer findst oft schon
So gegn des Honorar von oan zwoa Bier
In orgen Fällen a drei – vier
Schaun dass der zruck mol kehrt
Wo rechtens er hoit - hin - hot ghert
des hölfert wonn nit akkurat
da Burli donn den nehma tat
so dass da Voda donn mol woas wia‘s is
wonnst an Bob host – und nit do der is
drum – bevor‘s Gedichtl aus
es ghern ZWOA BOB in jedes Haus!



Bobfahrer - zwei

I bin a Bob und gonz alloan
Wia konn mein Herrl des nur toan
Zerscht trog i eahm oba – fost zum Sieg
Donn bleib i do – wo i grod lieg
I vastehn schon – er hot hoit an Durscht
Oba das I eahm so wurscht ?
Soit s‘nexte mol a ondra gwinnan
Und gfeiert werd‘n beim Weidi drinnan
Va mir aus konns sogor a Stadler sein
Obwohl – des wird nit leicht migla sein
Oda gor da jungi Hary – dem i zua des trau
Vielleicht gwinnt gor a mol a Frau
Des tat mein Herrl richti weh
Obwoih - vadeant het er si‘s eh
Da Schochna Jürgen – der hot schon
Am letzten Plotz – des Abonnemont
Und a da Buts is nit grod Favorit
Da Hiasi fohrt gor neahma mit
Da Flo - daLödl denkt – es hot koan Sinn
Wonn i beim Fuassboll a nix gwinn
Wos gengan mi di ondern on
Des nachst mol zah i wieda on!



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